Kalibrierung des Jones-Counter

Technische Regel TR 55.3
Die Strecke für Straßenläufe ist entlang des kürzest möglichen Weges zu vermessen, den ein Läufer bei dieser genehmigten Strecke nehmen kann.
Anmerkung 1: Zur Vermessung ist die »kalibrierte Fahrrad-Messmethode« anzuwenden.
Anmerkung 2: Um zu verhindern, dass bei einem späteren Nachmessen die Strecke kürzer als die offizielle Streckenlänge befunden wird, ist bei ihrem Anlegen ein »Sicherheitsfaktor« einzubeziehen, der bei der Fahrrad-Messmethode 0,1% betragen soll, d.h., jeder Streckenkilometer hat eine Messlänge« von 1001m.

Kalibrierung des Jones-Counter
Die Eichung des am Vorderrad des Fahrrads montierten Messgeräts Jones-Counter erfolgt auf einer möglichst gleichmäßig flachen und in der Nähe gelegenen Referenzstrecke. Diese wird vor Ort als Eichstrecke mit einem Stahlmessband (oder einem geodätischen Vermessungsinstrument) bestimmt, falls keine bekannte Referenzstrecke in der Nähe zur Verfügung steht. Sie sollte regelmäßig zwischen 300 & 500 Meter lang sein. Der Vorgang gliedert sich in die Messfahrten vor und nach Vermessung der Wettkampfstrecke. Diese Vorgehensweise dient u.a. dazu, dass Fehlerfaktoren durch sich verändernde äußere Bedingungen minimiert werden.

Die Praxis zeigt, dass bei längeren Messfahrten für Wettkampfstrecken wie z.B. Halb- oder Marathons von dem kühleren frühen Morgen bis in die wärmere Mittagsphase zwischengeschaltete Messfahrten auf der Eichstrecke bessere Messergebnisse generieren.

Prüfzertifikat für den Jones-Counter
Mit der Kalibrierung erhält der „Jones-Counter“ sein für diese Streckenvermessung geltendes individuelles Prüfzertifikat, denn mit der Auswertung wird für diese Vermessung oder Teilvermessung eine Kalibrierungskonstante ermittelt. Die Beurteilung dieser Konstante oder der für die Teilstrecken zusätzlich ermittelten Konstanten obliegt dem Streckenvermesser. Mit der Auswertung und Dokumentation wird das individuelle Prüfzertifikat analog der Erteilung von Zertifikaten unabhängiger Prüfinstitute protokolliert.

Messvorgang auf der Kalibrierungsstrecke
Bei der Kalibrierung werden die abgelesenen Zählwerte des Messgeräts in einem Vergleichswertverfahren der bekannten Länge der Eichstrecke gegenübergestellt; eine vierfache Durchfahrt der Eichstrecke erlaubt eine fehlertheoretisch genaue Bestimmung des Referenzwertes, bezogen auf umgerechnet 1.000 m.

Jeder Zählwert des Rollenzählers errechnet sich mit ca. 9 cm in Abhängigkeit des verwendeten Jones-Counter. Dies zeigt, dass die seit den 1980er Jahren angewendete und heute verbindliche Messmethode, basierend auf den Schriften von John Jewell, eine sehr genaue Methode ist, um die Länge einer Wettkampfstrecke auf der Straße zu ermitteln.

Auswertung der Tageskonstante
Der Mittelwert der vierfachen Durchfahrt der Eichstrecke (getrennt nach Vor- und Nacheichung) wird der weiteren Berechnung zugrunde gelegt. Die Abweichung zwischen den einzelnen Ableseergebnissen sollte 3 Counts nicht übersteigen; in diesem Falle empfiehlt sich eine weitere Messfahrt. Im Vergleichswertverfahren wird dann, bezogen auf 1.000 m die Länge der Eichstrecke und der Mittelwert der Eichstreckenmessung, eine Vermessungskonstante berechnet. Zu diesem Wert wird der nach dem Regelwerk erforderliche Sicherheitsfaktor mit 0,1% addiert. Der Mittelwert der so berechneten Konstanten aus Vor- und Nachkalibrierung definiert die Tagesvermessungskonstante.

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