Straßenstreckenvermessung in Deutschland

Die Straßenstreckenvermessung nationaler und internationaler Wettbewerbe erfolgt nach dem Regelwerk IWR von World Athletics.
Die in Deutschland akkreditierten nationalen und internationalen Straßenstreckenvermesser bieten ihre Tätigkeit für alle Veranstalter von Wettbewerben auf der Straße an. Wir konstruieren, bauen und vermessen für alle Veranstalter das „Laufstadion auf der Straße“ und stellen den Wettkampfkorridor her.
Nehmen Sie als Veranstalter mit den Straßenstreckenvermessern Kontakt auf. Sie vermessen den geplanten Kurs auf Straßen und Wegen nach dem internationalen Regelwerk IWR und stellen für die Event-Teilnehmer eine korrekte Länge der Strecken zur Verfügung.
Die internationalen Straßenstreckenvermesser sind interaktiv abrufbar. 
Hinweis: Die Kontaktdaten der akkreditierten nationalen Straßenstreckenvermesser können Sie beim Webmaster erfragen.
In Abstimmung mit dem Veranstalter, der einen von den Behörden genehmigten Streckenverlauf zur Verfügung stellt, wird die Strecke vermessen. In dem zu erstellenden Straßenstreckenprotokoll werden die Zwangsbedingungen der Strecke wie z.B. Start, Ziel, Wendepunkte und Absperrungen sowie die Kilometerpunkte der vermessen Strecken dokumentiert.
Somit ist der Veranstalter in der Lage, am Wettkampftag den Lauf- oder Geher-Korridor für die Teilnehmer herzustellen.
Das nationale Straßenstreckenprotokoll kann, wenn die dokumentierten Strecken in den nationalen Bestenlisten registriert werden sollen, an den nationalen Verband weitergeleitet werden.
Bei internationalen Veranstaltungen übergibt der beauftragte Straßenstreckenvermesser dem Veranstalter neben dem Protokoll die Zertifikate für die vermessenen Strecken.
Die Dienstleistung der Straßenstreckenvermessung rechnet der beauftragte Vermesser im Rahmen eines vereinbarten Werkvertrags mit dem Auftraggeber ab.
(siehe auch News-Blog).

Historie
Seit den 1960er Jahren wurden von engagierten Autoren Schriften zum Thema Streckenlängen von Wettkampfstrecken auf der Straße veröffentlicht. Mit der Erfindung des Jones-Counter durch Alan Jones, USA, im Jahr 1971 wurde die Bestimmung dieser Strecken auf ein neues Level gehoben. Erstmals wurde ein olympischer Marathon für die Weltspiele in Montreal/Kanada im Jahr 1976 mit diesem Zählmessgerät, montiert am Vorderrad eines Fahrrads, vermessen. Es war die Geburtsstunde der „Bestimmung der kürzest möglichen Strecke“ (SPR – shortest possible route), die ein Wettkämpfer auf der Straße in einem bei der Vermessung festgelegten Korridor zurücklegen kann. Die Internationalen Wettkampfregeln IWR, herausgegeben von WA, definieren diese Methode als Grundlage für die Streckenvermessung auf der Straße, die von einem anerkannten Straßenstreckenvermesser angewendet werden muss.
In den Schriften von WA (The Measurement Of Road Race Courses – Ausgabe 2008) und USATF/RRTC (Course Measurement and Certification Procedures – Ausgabe 2022) werden die Prozessabläufe für die Vermessung auf der Straße beschrieben. Eine deutsche Übersetzung „Handbuch für den Streckenvermesser“ mit Ergänzungen zum Thema liegt für die in Deutschland akkreditierten Straßenstreckenvermesser vor; es befindet sich aktuell in der Überarbeitung und wird im Sommer 2024 aktualisiert veröffentlicht.

Straßenstreckenvermesser
Die englische Ausgabe definiert den Begriff „Road Course Measurer“. Die deutsche Ausgabe verwendet den Begriff „Straßenstreckenvermesser“. Der Begriff definiert die Tätigkeit der Vermessung von Strecken auf der Straße.

Unabhängigkeit und Selbstständigkeit des Straßenstreckenvermessers
Der Straßenstreckenvermesser ist selbstständig und unabhängig tätig. In der weltweiten Community haben sich seit den Anfängen in den 1980er Jahren die Straßenstreckenvermesser in eigenen Gruppierungen organisiert. Beispielhaft seien hier die Verbände in den USA und England genannt.
In den USA ist das RRTC – Road Running Technical Council der Dachverband für die Straßenstreckenvermesser und vom nationalen Verband USATF als die Einrichtung anerkannt, die das Knowhow der Streckenvermessung auf der Straße bündelt mit Aquirierung, Akkreditierung, Aus- und Fortbildung und der Genehmigungsstelle für die Straßenstreckenprotokolle.
In England wird die Streckenvermessung auf der Straße von AUKCM – Association of UK Course Measurers in ähnlicher Form organisiert (LTD).

Beiden Organisation gemeinsam ist, dass die Straßenstreckenvermesser für die Veranstalter selbstständig als Dienstleister unterwegs sind. Die Ergebnisse werden in Straßenstreckenprotokollen – genehmigt von der genannten Administration – den Veranstaltern zur Verfügung gestellt. Die Dienstleister rechnen nach freien, in Teilbereichen mit von den Vermessungsorganisationen vorgeschlagenen Kostenpauschalen, mit den Veranstaltern auf eigene Rechnung ab.

USATF: „Listed Measurer Standards“
Übersetzung „Die aufgeführten Vermesser sind unabhängige Auftragnehmer und keine Vertreter der USATF“ (nat. Verband USA).
In den USA bietet RRTC den Vermessern für die Tätigkeit u.a. eine zusätzliche Kranken- und Haftpflichtversicherung an.

AUKCM: Übersetzung „Der Vermesser arbeitet für den Veranstalter als unabhängiger Agent und wird vom Veranstalter ausgewählt und beauftragt. … Gebühren und Kosten für die Dienstleistungen des Vermessers sind eine Frage der Vereinbarung zwischen dem Veranstalter und dem Straßenstreckenvermesser“.

Graduierung und Anerkennung
Die Graduierung der anerkannten Straßenstreckenvermesser erfolgt international als „Grade A“ und „Grade B“ („accredited“), organisiert von WA in Verbindung mit AIMS (Association of International Marathons and Distance Races); diese Graduierung ist nach dem Regelwerk die Befähigung, Straßenstrecken für internationale Rekorde bis hin zum Weltrekord und zum olympischen Marathon zu vermessen und zu überprüfen.
Die Berufung erfolgt von WA in Abstimmung mit der AIMS und den nationalen Verbänden.  

Das Verfahren der Graduierung von nationalen Straßenstreckenvermessern (C-Grad) ist weltweit nicht eindeutig definiert; dies gilt auch für das nationale Verbandsgebiet in Deutschland. Seit den 1980er Jahren beruft der nationale Verband DLV nach der erfolgreichen Teilnahme an einer Basisschulung die nationalen Straßenstreckenvermesser. Eine erfolgreiche Lehrgangsteilnahme wurde bisher mit der Einstufung „Grade D“ (früher Grad L = „Lerner“) von der Lehrgangsleitung attestiert.
Mit der Übernahme des Fachbereichs „Streckenvermessung von Wettkampfstrecken auf der Straße im DLV“ durch die ehrenamtlichen tätigen Vermessungsingenieure Udo Brandt und Karl Josef Roth (jeweils WA/AIMS Grade A) wurde festgelegt, dass nach der erfolgreichen Vermessung und Dokumentierung von einer oder mehreren Straßenstreckenvermessungen der Status „Grade C“ erteilt werden kann. Mit diesem Upgrade ist der Straßenstreckenvermesser berechtigt, alle nationalen Streckenvermessungen von Straßenwettbewerben durchzuführen; diese Qualifizierung berechtigt auch die Vermessung von Straßenstrecken außerhalb des Verbandsgebiets. Den Fachbeauftragten oblag bisher auch das Vorschlagsrecht für das Upgrade-Verfahren mit den internationalen Verbänden.
Die Beauftragten Brandt und Roth haben nach Differenzen mit dem DLV über die Kostenregelungen von Straßenstreckenvermessungen ihre Ämter zur Verfügung gestellt.
Aktuell ist die Genehmigungsstelle für nationale Straßenstreckenprotokolle vakant, da der DLV über kein Fachpersonal mit der Akkreditierung Grade A oder B verfügt. 

Internationales Genehmigungsverfahren
Auf der internationalen Ebene erfolgt die kostenfreie Zertifizierung der Straßenstreckenprotokolle von WA / AIMS mit seinen akkreditierten Administrationsstellen.

Aktualität: 21.05.2024

Nach oben scrollen
WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner