Definition der Wettkampfstrecke
Die Wettkampfstrecke auf der Straße ist die Strecke, die von den Teilnehmern der Veranstaltung zurückgelegt wird. Die Definition ist der wichtigste Schritt vor der Vermessung und der Auftragsvereinbarung mit dem Veranstalter. Die Messung wäre irrelevant, wenn die Wettkämpfer einer anderen Route folgen, weil z.B. der Veranstalter die wichtigsten Punkte am Streckenverlauf nicht genau umgesetzt hat.
Bevor der Vermesser in der Örtlichkeit die Strecke vermisst, muss eindeutig klar sein, was zu vermessen ist. Es ist absolut hilfreich, wenn die gewünschten Eckpunkte des Streckenverlaufs des Veranstalters und das daraus entwickelte Vermessungskonzept des Vermessers einvernehmlich aufeinander abgestimmt ist.
Der Veranstalter hat normalerweise eine grobe Strecke im Kopf haben. Die vorgesehene Route ist vorab von diesem mit den zuständigen Behörden und der Polizei abzustimmen. Der Veranstalter, die Polizei und die Straßenbehörden müssen zudem entscheiden, welcher Teil welcher Straßen den Wettkämpfern zur Verfügung steht. Werden sie in der Lage sein, die gesamte Straße von Bordstein zu Bordstein zu nutzen? Werden sie auf der rechten oder linken Seite laufen oder gehen? Gibt es Stellen, an denen die Strecke eine Gras- oder Schotterfläche kreuzt?
Wenn von den Teilnehmern erwartet wird, dass sie auf einer Straßenseite bleiben, kann dies zu Unsicherheiten bei der Messung in Kurven führen. Die genaue Route um jede vorgesehene Kurve muss vor der Messung definiert und am Wettkampftag genauso abgesperrt sein.
Der einfachste Weg, eine Strecke zu definieren, besteht darin, zu sagen, dass die Läufer die gesamte Straße voll nutzen können, von Bordstein zu Bordstein oder von Bordstein zu Begrenzungsbauwerken. Mit diesen Informationen kann der Vermesser die Messlinie bestimmen.
Es ist auch wesentlich, mit den beteiligten Stellen den Streckenkorridor so zu erstellen, dass die heute geforderten höheren Sicherheitsstandards in Bezug auf Störungen durch Fahrzeugverkehr oder Personen optimiert, umgesetzt werden können.
Am Wettkampftag kann der Veranstalter aus Sicherheitsgründen Barrieren aufstellen, aber selbst, wenn diese in die Fahrbahn hineinragen, verlängern sie die Strecke nur geringfügig.
Wenn der Wettkampfkorridor viele Zwangsbedingungen, Einschränkungen und Barrieren beinhaltet, kann die Strecke zu kurz werden, wenn der Veranstalter diese am Veranstaltungstag auslässt oder verlegt. Wenn bei der Veranstaltung dann auch noch Rekorde erzielt werden, kann eine zu kurze Strecke sowohl für den Veranstalter als auch für den Vermesser äußerst peinlich sein.
Das Endergebnis der gemeinsamen Vorbereitung und der Vermessung wird eine Streckenkarte enthalten, auf der die gesamte Wettkampfstrecke zu sehen ist. Diese Karte sollte so aussagekräftig sein, dass eine externe Person den Laufkorridor der Teilnehmer genauso vermessen kann, wie es das Vermessungsprotokoll dokumentiert. Wenn die dokumentierte Strecke Einschränkungen hat, müssen diese auf der Karte eindeutig dokumentiert sein. Wenn es sehr viele Einschränkungen gibt, kann es Probleme bei der Auswertung der Karte geben.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Beratungsfunktion des zu beauftragenden Vermessers für die Festlegung der Wettkampfstrecken eine essenzielle Aufgabe ist. Der Veranstalter sollte ermutigt werden, ein möglichst einfaches Streckendesign für die Wettkämpfer zu entwerfen. Dies erleichtert auch die Arbeit der Helfer bei der Veranstaltung mit einer möglichst barrierefreien Einweisung der Teilnehmer in den Wettkampfkorridor.
