Regelwerk TR 55.3
Die Strecke für Straßenläufe ist entlang des kürzest möglichen Weges zu vermessen, den ein Läufer bei dieser genehmigten Strecke nehmen kann.
Methodik
Die Strecke des Wettkampfs auf der Straße definiert sich durch die kürzest mögliche Strecke, die ein Läufer nehmen kann, ohne disqualifiziert zu werden. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ein Straßenläufer die kürzest mögliche Route nimmt, so wie ein Bahnläufer sich auch nicht immer in einem Abstand von 30 cm (Ideallinie) zur Bahnabgrenzung für die Dauer des Rennens halten kann, sondern ausweichen muss, um andere Läufer zu überholen. Der kürzest mögliche Weg ist theoretisch klar definiert, eindeutig und ist zu vermessen. Die Definition einer Wettkampfstrecke auf diese Weise stellt sicher, dass alle Läufer mindestens die angegebene Streckendistanz absolvieren.
Ihr gemessener Weg muss die kürzest mögliche Route (SPR) innerhalb des Streckenkorridors sein. Der Vermesser fährt mit dem Fahrrad auf dieser imaginären Linie. Wettkämpfer können in Kurven weiterlaufen, aber das ist nicht die Ideallinie, sondern die genaue SPR ist die richtige Strecke.
Die SPR zu messen bedeutet, an den Innenkanten von Kurven entlangzufahren. Der offiziell vermessene Weg liegt 30 cm vom Bordstein oder einer anderen festen Begrenzung zur Lauffläche. Versuchen Sie, diesen Abstand in Kurven und Kurven einzuhalten.
Auf Strecken zwischen Kurven nimmt der SPR den kürzest möglichen geraden Weg. Er wird bei Bedarf von einer Straßenseite auf die andere wechseln, um den Abstand zu minimieren.
Hinweis aus der Praxis:
Eine Erfahrung aus über 30 Jahren SPR-Vermessung ist, dass es situationsbedingt sein kann, dass Wassereinlauf-Schächte am Straßenrand, die bis zu 40 cm breit sein können, nicht mehr auf Straßenniveau liegen, sondern regelrechte Stolperfallen darstellen können. In diesem Falle sollte für diese Straßenbereiche eine ideale Messlinie gewählt werden, die parallel zum Bordstein so verläuft, dass der Messweg nicht über die abgesunkenen Einläufe führt, sondern auf einer auch lauffähigen Linie. Der theoretische Fehler zur Norm wird durch ein gleichmäßig rundes Abrollen des Vorderrades und des messenden Jones-Count ausgeglichen.
Die kürzest mögliche Route in verschiedenen Straßenkonfigurationen ist in den folgenden Skizzen dargestellt und erläutert:
Der Verlauf von Wettkampfstrecken, die nur auf bestimmten Teilen von Straßen verlaufen, ist vor der Messfahrt in der Örtlichkeit zu kennzeichnen (Farbe, Leitkegel o.ä.). Der Nachweis dieser besonderen Anordnung erfolgt mit Skizzen in der Streckenbeschreibung und/oder der Streckenkarte. Diese müssen selbsterklärend für den Veranstalter, die Wettkampfaufsicht oder einen weiteren Vermesser sein.
Standardmäßig wird vor der Messung der Wettkampfstrecke der Aufbau der Wende für die Geherstrecke in der Örtlichkeit mit Leitkegeln hergestellt. Es kann sein, dass eine der zwei Wenden in den Geherstrecken durch eine örtlich vorhandene Mittelinsel oder Fahrbahntrennung genutzt werden kann; dann entfällt der zusätzliche Aufbau entsprechend der Skizze.
Die Messmethode ist dann immer, dass die SPR mit dem Fahrrad abgefahren werden kann.
Die Wende in einer Laufstrecke kann nicht in eine Norm gepackt werden.
Es ist klar, dass das SPR- Messverfahren für die Wende immer mit dem Anfahren des vorläufigen Wendepunkts erfolgt (markierter Messpunkt in der Mitte Fahrbahn/Weg). Die Vorderradbremse wird blockiert, der Counter-Wert notiert, das Fahrrad umgesetzt und die Strecke weiter abgefahren (siehe auch die folgenden Skizzen).
Die häufigsten Wendemöglichkeiten stehen als Skizzen auf der Service-Seite zum Download zur Verfügung.
Weitere Varianten müssen mit Skizzen und der mathematischen Herleitung dokumentiert werden.
